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28. Januar 2019
Schüler leisten Aufklärungsarbeit

Schüler aus dem Seminarfach „Machtpoker Meer“ haben jetzt eine Ausstellung rund um die Müll-Situation in den Weltmeeren eröffnet. Der Fokus liegt auf dem Plastikmüll und Mikroplastik im Wasser.

Viel Lob haben am Wochenende Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS) aus dem Seminarfach „Machtpoker Weltmeere“ von wissenschaftlicher Seite erhalten. Sie organisierten unter dem Thema „Es geht um Meer“ eine Ausstellung zu Plastikmüll im Meer im Forum der KGS.

Vor dem Ausstellungsbeginn sprach Dr. Barbara Scholz-Böttcher von der Uni Oldenburg, Leiterin der „Zentrale Organische Analytik“, über Mikroplastik im Meer. Zu Beginn ihres Vortrages machte sie klar, dass „die Welt nicht dort stünde, wo sie ist“, wenn es kein Plastik gäbe. Und in vielen Bereichen, zum Beispiel der Medizin, sei Plastik als Kunststoff notwendig.

Plastik: 40 Prozent Wegwerfartikel
Plastik sei eigentlich ein Kunststoff, der für längerfristige Verwendung geeignet sei. „Wir verwenden den Stoff aber zu 40 Prozent für Wegwerf-Artikel“, so die Referentin. 60 Prozent des Plastikmülls landet in der Umwelt, das meiste verschwindet in den Ozeanen, gaben ihre vielen Tabellen preis. Sogar im Polareis sei eine Menge Plastikmüll entdeckt worden. „Dieses Phänomen ist ein sehr beforschtes Gebiet und wir bekommen erfreulicherweise gutes Geld dafür“, freute sich Scholz-Böttcher. „Es wird, so wie die Eiszeit, wohl auch ein Plastikzeitalter geben.“

Dr. Gregor Scheiffarth ist stellvertretender Dezernatsleiter (Schwerpunkt Forschung) beim Nationalpark Wattenmeer. Er war gebeten worden, ausschließlich über das allgemeine Umweltproblem in den Ozeanen zu sprechen. Das Wattenmeer sei ein zentraler Punkt für die Zugvögel, sagte er. Er nannte Beispiele, wo mit der Umwelt Raubbau betrieben wird: „Die Mangrovenwälder Asiens und Südamerikas sind Holzlieferanten, aber auch Kinderstube vieler Fische, Vögel und anderer Tiere, wie das Wattenmeer“, so der Wissenschaftler. „Wenn wir denen durch Abholzung oder Umwelteinflüsse den Lebensraum nehmen, sterben sie aus“, befürchtet Scheiffarth.

Schiffsdichte ist Problem
Die Schiffsdichte, besonders im Ärmelkanal, sei ein beängstigendes Problem. Die großen Pötte würden meistens noch mit Schweröl angetrieben, was eine hohe Schadstoffbelastung durch Stickoxide zur Folge hätte. War bisher das Öl, das ins Meer fließt und an den Stränden die Umwelt verseucht, das Problem, so käme jetzt das Paraffin hinzu, das in der Kombination mit Öl ganz schrecklich sei, so der Referent.

Roland Ernst: „Ich finde es gut, dass die Jugend sich mit diesem Thema beschäftigt. Sie sind die Generation, die die Problematik am besten verändern könnte“, so der Besucher der Ausstellung.

Alles in allem gab es für die Vorbereitung der eigentlichen Ausstellung drei einzelne Teams. „Unsere Arbeit im Seminar war schon eine gute Vorbereitung für die Ausstellung“, so Rico Böhm. „Grundsätzlich hat alles gut geklappt. Wir haben große Unterstützung von Sponsoren, aber auch von der Schulleitung und vom Förderverein bekommen“, sagte Tabea Girke zufrieden. Auch für die Nordwest Zeitung in Rastede gab es ein Lob für die Unterstützung des Projektes.

Sammelaktion und Selbstversuche
Im September vergangenen Jahres hatte die Arbeit begonnen. „Unser Motiv ist, die Menschen zur Verhaltensänderung zu bewegen“, meinte Faja Eickhoff, aus der Gruppe. Anfang Dezember gab es eine große Plastik-Sammelaktion in Schillich. Außerdem hatten alle Projektmitglieder Selbstversuche zu Hause gemacht und jede Menge Plastik gesammelt.

„Uns ist wichtig, dass wir interessierten Menschen fundierte Informationen geben können und die Zweifler zum Nachdenken bringen“, so Rico Böhm. Er will versuchen, weitere Wochenmarkt-Aktionen durchzuführen, bei denen Plastiktüten eingesammelt und Stofftaschen verteilt werden. Von der Universität wurde nach seinen Angaben weitere Unterstützung zugesagt.

Die Ausstellung in der Aula der Schule, Thoradestraße 2, geht noch bis in den Februar hinein. Interessierte sind willkommen, sich die Schau anzusehen.

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