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21. September 2019
Hunderte gehen fürs Klima auf die Straße

Nicht nur Schüler, sondern auch viele Erwachsene beteiligten sich am Freitag in Rastede an der Demonstration für eine bessere Klimapolitik. Im Rathaus wurden erneut Forderungen überreicht.

Es gehe nicht ums Schuleschwänzen, „unser Anliegen ist echt“, ruft Melina Gudatke der Menge vor dem Rathaus zu. Bei der „Fridays for Future“-Kundgebung in Rastede bringt es die 17-Jährige aus Metjendorf in ihrem Poetry Slam wieder einmal treffend auf den Punkt: „Wir rotten uns seit Jahrhunderten gegenseitig aus, warum machen wir nicht das Gegenteil daraus?“

Nach Angaben der Organisatoren laufen dieses Mal rund 800 Teilnehmer bei der Demonstration mit. So viele waren es bisher noch nicht in Rastede. „Das ist der Wahnsinn“, sagt Stefan Mester vom Organisationsteam.

Die Polizei, die den Demonstrationszug von der Kooperativen Gesamtschule über August-Brötje-Straße, Raiffeisenstraße und Oldenburger Straße zum Rathaus begleitet, schätzt die Teilnehmerzahl indes niedriger auf rund 500 Personen, sagt Hilmar Diekmann, Leiter der Polizeistation Rastede.

Auffällig im Vergleich zu den drei bisherigen Kundgebungen in Rastede: Deutlich mehr Erwachsene haben sich angeschlossen. „Es ist nicht 5 vor 12 Uhr, sondern eine halbe Minute vor 12 Uhr“, sagt Horst Lobensteiner. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes Rastede ist der Auffassung, dass die kommende Generation große Probleme bekommen wird, wenn es so weitergeht wie bisher.

KGS-Lehrer Hartmut Kayser sagt: „Der Klimawandel betrifft uns alle und hat für uns alle Konsequenzen.“ Deshalb würden er und seine Kinder mitlaufen, um Flagge zu zeigen. So sieht es auch Ilka Elsner-Hillen von der Elterninitiative Moorwichtel, die in Ipwegermoor den WaldkindergartenMoltebeere betreibt: „Man kann nicht länger wegschauen. Wir wollen als Waldkindergarten ein Zeichen setzen, weil es um unsere Kinder geht.“

Hunderte bei Fridays for Future-Demo in Rastede
Schüler Janek Steinert sagt, dass der Klimawandel für viele etwas Abstraktes sei und beschrieb ihn als „Konsequenz unseres Seins“. Deshalb sei es wichtig, sein Verhalten zu ändern. Dies dürfe aber nicht rein auf Konsum reduziert werden. „Der private Sektor ist viel problematischer“, so der 17-Jährige.

Die Schüler sammeln auch dieses Mal wieder Forderungen an die Politik, die zum Abschluss der Kundgebung im Rathaus übergeben werden. Die im Juni überreichten Forderungen seien bereits ausgewertet und den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt worden, sagt Gemeindesprecher Ralf Kobbe.

Angeführt werde die Liste vom Wunsch nach einem Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und dem nach kostenfreien Schulbusfahrten. Mit einigem Abstand folge dahinter der Wunsch nach breiteren und zusätzlichen Radwegen. Die neuen Forderungen würden jetzt eingearbeitet, so Kobbe.

Von Frank Jacob

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